WOLFGANG NIEBLICH - Ausstellung in der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

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WOLFGANG  NIEBLICH - Ausstellung in der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, lieber Wolfgang Nieblich.

 

Mit dem Begriff WISSENSCHAFT assoziiert jeder auch den Begriff des BUCHES und der BIBLIOTHEK!  Obwohl die digitale Welt, - sicherlich auch hier in dieser Stiftung -, im Vormarsch ist und Bücher, wissenschaftliche Aufsätze, Rezensionen, Fachzeitungen und-journale, also Texte im Allgemeinen, im Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ist das Buch keineswegs überflüssig geworden, wie man immer wieder befürchtet hat. 

 

Das Buch ist NICHT tot, auch wenn der Künstler Wolfgang Nieblich in seinen Assemblagen, seinen Montagen und Collagen  überflüssig gewordene , dem Verfall  preisgegebene Bucheinbände, Reststücke von Buchrücken, Vorsatzblätter, Karteikarten, Signaturen, alte bedruckte Papiere vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, die in Büchern aufgefundenen Lesezeichen, Bibliotheksausweise, sozusagen die „Abfälle“ aus Bibliotheken  verwendet, so gelingt es ihm, sie zu neuer künstlerischer Gestaltung zu bringen.  

 

Das tote Abfallmaterial und die Buchreste werden durch Nieblich zu neuem Leben gebracht.

 

Es gelingt ihm, in seinen phantasievoll zusammengefügten, oft durch Malerei ergänzten Kompositionen, das Buch neu sichtbar und erfahrbar zu machen, das überflüssig Gewordene „Abfallprodukt“ künstlerisch zu erhöhen. Mit seinen Arbeiten lenkt Nieblich den Focus wieder auf die Bedeutung des Buches und der Bibliothek.

 

Diese Buchreste stammen meist aus der Berliner Staatsbibliothek, der Amerika-Gedenkbibliothek, der UB Weimar und dem Leipziger Deutschen Buch- und Schriftmuseum, da sie bei Neueinbänden alter Bücher die Buchdeckel entsorgen, Wolfgang Nieblich informieren und ihm zum Recyceln anbieten.

 

Im Laufe der Jahre hat er nicht nur eine umfangreiche Materialsammlung angehäuft, sondern diese auch zu originellen und kreativen Kunstwerken verarbeitet, wie wir hier heute sehen können.

 

Zu seinen Sammlungen gehören aber auch Bleilettern, Ahle, Pinzetten, sozusagen das Handwerkszeug zur Buchherstellung.

 

Der 1948 in Reutlingen geborene Künstler, studierte Malerei und Grafik bis 1974 in Berlin, über 500 Ausstellungen haben ihn bekannt gemacht, ebenso seine seit 2011 angetretene Herausgeberschaft der „modernen“ Einblattdrucke bei PalmArtPress.

 

Die ausgestellten Arbeiten sind im Zeitraum von 1996 bis 2009 entstanden. Die frühesten Arbeiten sind die Tore  von 1992 in der Garderobe und die spätesten Malereien  Goethes und Mondrians Bibliothek  von 2014 sind in der Kantine zu bestaunen.

 

Nieblich geht es in seinen Arbeiten  weniger um die Inhalte, die einst zwischen den Buchdeckeln enthalten waren und auch nicht um die Buchtitel, sondern es geht ihm in erster Linie um die unterschiedlichen Größen der Bucheinbände und vor allem um deren Farbigkeit, die er als Kompositionselemente benutzt: das matte Grün oder das lederne Rot mit Titel in Goldprägung, die Braun- und Ockertöne, das Schwarz, und es geht ihm um die verschiedenen  Muster der Einbände, die Marmorierungen, die er phantasievoll arrangiert.

 

In seinen Kompositionen platziert er auch einzelne Wörter, Zeichen oder Buchstaben, die ihm in der Materialfülle aufgefallen sind, um den Blick des Betrachters auf sein Buchobjekt zu lenken. Nieblich versteht etwas von der Ästhetik und der Bedeutung der Farben, dieses Verständnis offenbart sich in einer sensiblen Gestaltung der „Buchabfälle“.     

 

1998 führte er die Buchreste aus der Staatsbibliothek in diesen verwandelten Gestaltungen in der ersten Ausstellung dieser Art, mit dem Titel  „Die Imaginäre Bibliothek“  in das Haus Unter den Linden zurück, quasi eine Rückkehr der „Einbände“ zu ihren einstigen Inhalten.

 

Hier im Haus der Stiftung für Wissenschaft und Politik stehen dem Künstler  sechs Räume für seine Ausstellung „Von, über und mit Büchern“ zur Verfügung:  zwei Konferenzräume, der Warteraum, das Foyer, die Garderobe und die Kantine, die Wolfgang Nieblich  mit seinen meist großformatigen Arbeiten, oft Triptychen oder mehrteiligen Tafeln ausgestalten konnte. 

 

Meist nutzt er Holz als Bildträger, auf das er die Buchrücken, die Buchfragmente, die Buchdeckel aufbringt oder zu  dreidimensionalen Türmen, zu Toren und Säulen (Konferenzraum, Garderobe) formt, oder in den sogenannten Kassetten (Konferenzraum), reiht er die Buchdeckel in acht Ebenen übereinander und integriert den Schattenwurf jedes einzelnen Bucheinbandes in die Gesamtkomposition oder er konfrontiert in der Gruppe der Assemblagen Farbfelder (Warteraum) die alten Buchreste mit der digitalen Welt und Computersprache und betitelt Arbeiten als Unicode bzw. Computer 01.

 

Es gibt die Kompositionen Die imaginäre Bibliothek (Kantine) und die Bibliotheken Goethes und Mondrians, es gibt Scriptorien (Konferenzraum), sogenannte geheime Bibliotheken, die der Künstler hinter einem Gitterraster komponierte, angeregt durch Umberto Eccos „Im Namen der Rose“.

 

Zweiteilig zeigt sich die Arbeit Chaos und Ordnung (Konferenzraum 2007), in drei Teilen erscheint  Vom Vermessen der Farbe ( nicht der Welt; Foyer) von 2000 unter Verwendung eines Zollstocks oder die vierteilige Assemblage  auf Holz B. U. C. H. (Foyer) , wie auch die 6teilige Assemblage namens  POESIE aus dem Jahr 2000, in der Kantine.  

 

Nur wenige Arbeiten sind auf Leinwand gearbeitet, wie z. B. die Acryl-Arbeit im Konferenzraum Was kommt danach? oder in der Kantine die schon genannten Bibliotheken Goethes und Mondrians, seltene Beispiele reiner Ölmalerei auf Leinwand.  

 

Das 2001 entstandene Triptychon „Was kommt danach“ im Konferenzraum zu sehen, hat der Künstler das Alphabet mit dem Begriff des Unicode verbunden, um an das Hexadezimalsystem zu erinnern. Bewusst setzt sich Nieblich hier mit der digitalen Welt auseinander, indem er die alten Bucheinbände inhaltlich mit der Idee moderner Digitaltechnik konfrontiert.

 

Wenn Sie die einzelnen Räume aufsuchen, sollten sie das Verzeichnis bei sich haben, um zu sehen, welche Arbeiten sie umgeben. Bezüge zur Funktion der einzelnen Räume bestehen nicht.  

 

Die Komposition BH - WN, von 2009 in der Kantine, gewinnt gerade in diesem Jahr, anlässlich des Bauhaus-Jubiläums, eine besondere Bedeutung, indem Nieblich sich einerseits auf die Bauhaustradition beruft und auch er sich als „Erneuerer“ der Kunst fühlt.

 

Mit seinen Arbeiten betreibt Wolfgang Nieblich nicht nur Denkmalpflege, indem er den „Bibliotheksabfall“ bewahrt, sondern in seinem ästhetisch geformten Werk verweist er den Betrachter/den Leser auf die Vergänglichkeit, aber auch auf die Schönheit dieser Materialien.

 

Nicht umsonst saß er von 2005 bis 2013 im Stiftungsrat des Zentrums für Bucherhaltung in Leipzig.  In seinen Assemblagen, in seinen neuen Bildordnungen lässt der Künstler den Kosmos des Buches, - die Bibliothek – vor unseren Augen neu entstehen.

 

In über 500 Ausstellungen weltweit konnte Wolfgang Nieblich seine „BUCHKUNST“ vielen Betrachtern bekannt machen.    

 

Allen Mitarbeitern und Besuchern der Stiftung Wissenschaft und Politik wünsche ich im Blick auf Nieblichs Werk Vergnügen und Nachdenklichkeit zugleich.  

Meine sehr verehrten Damen und Herren, lieber Wolfgang Nieblich.

 

Mit dem Begriff WISSENSCHAFT assoziiert jeder auch den Begriff des BUCHES und der BIBLIOTHEK!  Obwohl die digitale Welt, - sicherlich auch hier in dieser Stiftung -, im Vormarsch ist und Bücher, wissenschaftliche Aufsätze, Rezensionen, Fachzeitungen und-journale, also Texte im Allgemeinen, im Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ist das Buch keineswegs überflüssig geworden, wie man immer wieder befürchtet hat. 

 

Das Buch ist NICHT tot, auch wenn der Künstler Wolfgang Nieblich in seinen Assemblagen, seinen Montagen und Collagen  überflüssig gewordene , dem Verfall  preisgegebene Bucheinbände, Reststücke von Buchrücken, Vorsatzblätter, Karteikarten, Signaturen, alte bedruckte Papiere vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, die in Büchern aufgefundenen Lesezeichen, Bibliotheksausweise, sozusagen die „Abfälle“ aus Bibliotheken  verwendet, so gelingt es ihm, sie zu neuer künstlerischer Gestaltung zu bringen.  

 

Das tote Abfallmaterial und die Buchreste werden durch Nieblich zu neuem Leben gebracht.

 

Es gelingt ihm, in seinen phantasievoll zusammengefügten, oft durch Malerei ergänzten Kompositionen, das Buch neu sichtbar und erfahrbar zu machen, das überflüssig Gewordene „Abfallprodukt“ künstlerisch zu erhöhen. Mit seinen Arbeiten lenkt Nieblich den Focus wieder auf die Bedeutung des Buches und der Bibliothek.

 

Diese Buchreste stammen meist aus der Berliner Staatsbibliothek, der Amerika-Gedenkbibliothek, der UB Weimar und dem Leipziger Deutschen Buch- und Schriftmuseum, da sie bei Neueinbänden alter Bücher die Buchdeckel entsorgen, Wolfgang Nieblich informieren und ihm zum Recyceln anbieten.

 

Im Laufe der Jahre hat er nicht nur eine umfangreiche Materialsammlung angehäuft, sondern diese auch zu originellen und kreativen Kunstwerken verarbeitet, wie wir hier heute sehen können.

 

Zu seinen Sammlungen gehören aber auch Bleilettern, Ahle, Pinzetten, sozusagen das Handwerkszeug zur Buchherstellung.

 

Der 1948 in Reutlingen geborene Künstler, studierte Malerei und Grafik bis 1974 in Berlin, über 500 Ausstellungen haben ihn bekannt gemacht, ebenso seine seit 2011 angetretene Herausgeberschaft der „modernen“ Einblattdrucke bei PalmArtPress.

 

Die ausgestellten Arbeiten sind im Zeitraum von 1996 bis 2009 entstanden. Die frühesten Arbeiten sind die Tore  von 1992 in der Garderobe und die spätesten Malereien  Goethes und Mondrians Bibliothek  von 2014 sind in der Kantine zu bestaunen.

 

Nieblich geht es in seinen Arbeiten  weniger um die Inhalte, die einst zwischen den Buchdeckeln enthalten waren und auch nicht um die Buchtitel, sondern es geht ihm in erster Linie um die unterschiedlichen Größen der Bucheinbände und vor allem um deren Farbigkeit, die er als Kompositionselemente benutzt: das matte Grün oder das lederne Rot mit Titel in Goldprägung, die Braun- und Ockertöne, das Schwarz, und es geht ihm um die verschiedenen  Muster der Einbände, die Marmorierungen, die er phantasievoll arrangiert.

 

In seinen Kompositionen platziert er auch einzelne Wörter, Zeichen oder Buchstaben, die ihm in der Materialfülle aufgefallen sind, um den Blick des Betrachters auf sein Buchobjekt zu lenken. Nieblich versteht etwas von der Ästhetik und der Bedeutung der Farben, dieses Verständnis offenbart sich in einer sensiblen Gestaltung der „Buchabfälle“.     

 

1998 führte er die Buchreste aus der Staatsbibliothek in diesen verwandelten Gestaltungen in der ersten Ausstellung dieser Art, mit dem Titel  „Die Imaginäre Bibliothek“  in das Haus Unter den Linden zurück, quasi eine Rückkehr der „Einbände“ zu ihren einstigen Inhalten.

 

Hier im Haus der Stiftung für Wissenschaft und Politik stehen dem Künstler  sechs Räume für seine Ausstellung „Von, über und mit Büchern“ zur Verfügung:  zwei Konferenzräume, der Warteraum, das Foyer, die Garderobe und die Kantine, die Wolfgang Nieblich  mit seinen meist großformatigen Arbeiten, oft Triptychen oder mehrteiligen Tafeln ausgestalten konnte. 

 

Meist nutzt er Holz als Bildträger, auf das er die Buchrücken, die Buchfragmente, die Buchdeckel aufbringt oder zu  dreidimensionalen Türmen, zu Toren und Säulen (Konferenzraum, Garderobe) formt, oder in den sogenannten Kassetten (Konferenzraum), reiht er die Buchdeckel in acht Ebenen übereinander und integriert den Schattenwurf jedes einzelnen Bucheinbandes in die Gesamtkomposition oder er konfrontiert in der Gruppe der Assemblagen Farbfelder (Warteraum) die alten Buchreste mit der digitalen Welt und Computersprache und betitelt Arbeiten als Unicode bzw. Computer 01.

 

Es gibt die Kompositionen Die imaginäre Bibliothek (Kantine) und die Bibliotheken Goethes und Mondrians, es gibt Scriptorien (Konferenzraum), sogenannte geheime Bibliotheken, die der Künstler hinter einem Gitterraster komponierte, angeregt durch Umberto Eccos „Im Namen der Rose“.

 

Zweiteilig zeigt sich die Arbeit Chaos und Ordnung (Konferenzraum 2007), in drei Teilen erscheint  Vom Vermessen der Farbe ( nicht der Welt; Foyer) von 2000 unter Verwendung eines Zollstocks oder die vierteilige Assemblage  auf Holz B. U. C. H. (Foyer) , wie auch die 6teilige Assemblage namens  POESIE aus dem Jahr 2000, in der Kantine.  

 

Nur wenige Arbeiten sind auf Leinwand gearbeitet, wie z. B. die Acryl-Arbeit im Konferenzraum Was kommt danach? oder in der Kantine die schon genannten Bibliotheken Goethes und Mondrians, seltene Beispiele reiner Ölmalerei auf Leinwand.  

 

Das 2001 entstandene Triptychon „Was kommt danach“ im Konferenzraum zu sehen, hat der Künstler das Alphabet mit dem Begriff des Unicode verbunden, um an das Hexadezimalsystem zu erinnern. Bewusst setzt sich Nieblich hier mit der digitalen Welt auseinander, indem er die alten Bucheinbände inhaltlich mit der Idee moderner Digitaltechnik konfrontiert.

 

Wenn Sie die einzelnen Räume aufsuchen, sollten sie das Verzeichnis bei sich haben, um zu sehen, welche Arbeiten sie umgeben. Bezüge zur Funktion der einzelnen Räume bestehen nicht.  

 

Die Komposition BH - WN, von 2009 in der Kantine, gewinnt gerade in diesem Jahr, anlässlich des Bauhaus-Jubiläums, eine besondere Bedeutung, indem Nieblich sich einerseits auf die Bauhaustradition beruft und auch er sich als „Erneuerer“ der Kunst fühlt.

 

Mit seinen Arbeiten betreibt Wolfgang Nieblich nicht nur Denkmalpflege, indem er den „Bibliotheksabfall“ bewahrt, sondern in seinem ästhetisch geformten Werk verweist er den Betrachter/den Leser auf die Vergänglichkeit, aber auch auf die Schönheit dieser Materialien.

 

Nicht umsonst saß er von 2005 bis 2013 im Stiftungsrat des Zentrums für Bucherhaltung in Leipzig.  In seinen Assemblagen, in seinen neuen Bildordnungen lässt der Künstler den Kosmos des Buches, - die Bibliothek – vor unseren Augen neu entstehen.

 

In über 500 Ausstellungen weltweit konnte Wolfgang Nieblich seine „BUCHKUNST“ vielen Betrachtern bekannt machen.    

 

Allen Mitarbeitern und Besuchern der Stiftung Wissenschaft und Politik wünsche ich im Blick auf Nieblichs Werk Vergnügen und Nachdenklichkeit zugleich.  

 

When
6 March 2019, 17:30   through   20:00

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